AUGUSTE RODIN | Filmbesprechung mit Verlosung

Da ich es momentan aus privaten Gründen kaum ins Museum schaffe und auch nicht wirklich die Ruhe zum Lesen habe, habe ich mir einen weiteren Künstlerfilm von meiner Watchlist vorgenommen, der seit heute auf DVD und Blu-Ray erhältlich ist. Das Studio Wild Bunch ist so freundlich und stellt uns passend dazu je eine Blu-Ray und eine DVD für eine Verlosung an Euch zur Verfügung, die Ihr am Ende des Beitrages findet.

Das Bildhauer-Genie Auguste Rodin

Auguste Rodin (1840 – 1917) ist neben Michelangelo wahrscheinlich der bekannteste Bildhauer der Kunstgeschichte. Obwohl er in recht kleinbürgerlichen Verhältnissen in Paris geboren wurde, besuchte er als Jugendlicher immer wieder den Louvre, zeichnete dort nach den Alten Meistern und bewarb sich an der renommierten Ecole des Beaux-Arts, die ihn im Fach Bildhauerei jedoch dreimal ablehnte. Er hatte damit auf jeden Fall eine sehr gute Ausgangslage um zur Legende zu werden 😉 1875 reiste Rodin auf den Spuren Michelangelos nach Italien. Dessen Kunstgriff des Non-Finito, bei dem die Skulptur nur unvollständig aus dem Steinblock herausgeschält zu sein scheint, faszinierte ihn und sollte später viele seiner eigenen Werke kennzeichnen. Kein Wunder also, dass diese zwei doch unterschiedlichen Künstler oft in Beziehung gesetzt werden.

Filmstill aus Auguste Rodin, Rodin während der Arbeit mit einem Modell, Foto: Wild Bunch

Mit seinen Werken verstörte Rodin immer wieder seine Zeitgenossen. Insbesondere im Pariser Salon war man von seinen oft freizügigen Akten eher irritiert als angetan. Trotz aller Kritik überzeugte Rodin jedoch durch sein künstlerisches Talent. 1882 erteilte ihm der französische Staat schließlich den Auftrag zu einem monumentalen Eingangstor für das neue Musée des Arts décoratifs im Louvre. Inspiriert von Dante Alighieris Göttlicher Komödie entstand über ein Jahrzehnt das “Höllentor”, das bis heute als Rodins Hauptwerk gilt. Der berühmte “Denker” von Rodin war ursprünglich ebenfalls ein Teil dieses Tores.

1883 (ein Jahr nach der Auftragserteilung für das Eingangstor) lernte Rodin die begabte, 24 Jahre jüngere Bildhauerin Camille Claudel kennen, zu der er eine leidenschaftliche Beziehung entwickelte, die zehn Jahre andauern sollte. Ihre Arbeitsweise und Techniken hatten ebenfalls einen großen Einfluß auf sein Schaffen.

Filmstill aus Auguste Rodin, Rodin und Camille, Foto: Wild Bunch

Auguste Rodin im Film

Der Film steigt mit einem Künstler ein, der auf der Höhe seines Erfolges angekommen ist. Mit 40 Jahren erhält er seinen ersten und gleich monumentalen Staatsauftrag: „Das Höllentor“ – inspiriert von Dantes „Göttlicher Komödie“. Wir begleiten Rodin während dieser Phase manischen Schaffens, die durch seine Begegnung mit der hochtalentierten Camille Claudel noch intensiver und dramatischer wird. Ein Großteil des Films findet in Rodins Atelier statt. Zunächst dem in Paris und später auch dem seines Hauses in der Provinz. Ein interessanter Kniff des Regisseurs Jacques Doillon („Ponette“, „Le Jeune Werther“), der den Film-Rodin sehr greifbar erscheinen lässt und einem selbst das Gefühl gibt sehr nah am Geschehen zu sein. Gleichzeitig wirkt es authentischer als viele andere Künstlerfilme, die überall spielen außer im Atelier. Der Eindruck wird davon unterstützt, dass Hauptdarsteller Vincent Lindon („Der Wert des Menschen“, „Ohne Schuld“) ein Jahr lang Unterricht in Bildhauerei nahm, um die Handgriffe des Künstlers realistisch darstellen zu können.

Filmstill aus Auguste Rodin, Rodin und seine Schüler mit einer Skulptur, Foto: Wild Bunch

Wir begleiten Rodin also beim Schaffen seines Meisterwerkes und schauen ihm permanent über die Schulter. Auch privat erleben wir die mehr als ein Jahrzehnt andauernde Beziehung zwischen Camille und ihm, die ebenso leidenschaftlich wie turbulent verläuft. Inspiriert von der Modernität seiner Geliebten stürzt sich Rodin mit noch größerer Besessenheit in seine Arbeit. Gleichzeitig hat er aber noch diverse weitere Geliebte und auch eine Lebensgefährtin, Rose, mit der er einen unehelichen Sohn hat, den er allerdings nicht anerkennt. Mit diesem Beziehungschaos wird man etwas allein gelassen. Weder wird Camilles Alter klar, noch, dass sie selbst eine begnadete Künstlerin war. Der Film beinhaltet die Trennung, die Rodin nicht besonders gut aussehen lässt, aber endet kurz darauf. Tatsächlich hat er ein Jahr vor seinem Tod übrigens Rose geheiratet.

Das ist alles in allem meine einzige Kritik. Da der Film nur einen Ausschnitt aus Rodins Leben zeigt, ist man als Zuschauer teilweise etwas ratlos, da entscheidende Zusammenhänge fehlen. Hier hätte sich die Kunsthistorikerin in mir etwas mehr Kontext gewünscht. Ansonsten ist es ein Künstlerfilm, der sehr eindrucksvoll zeigt wie nah Genie und Wahnsinn manchmal beieinander liegen und was Leidenschaft mit Kunst zu hat. Der seltene Blick ins Atelier macht auch großen Spaß.

Als nächstes werde ich mich inspiriert davon mehr mit Camille Claudel beschäftigen, die ich wirklich spannend finde und über die ich dank des Films nun mehr wissen möchte.

Hier gibt’s den Trailer:

https://www.youtube-nocookie.com/embed/qv_xxfYWjbg

Gewinnspiel

Teilnahmebedingungen

Die beiden Gewinner benachrichtigen wir am 28. April per Mail. Die DVDs werden direkt von Wild Bunch an Euch versandt. Dafür geben wir eure Anschriften an Wild Bunch weiter. Diese werden nicht gespeichert oder für weitere Zwecke verwendet, sondern ausschließlich für den Versand des Gewinns. Die eingegebenen Email-Adressen werden nur bis zur erfolgreichen Verlosung von uns gespeichert und danach gelöscht. Diese geben wir an niemanden weiter. Das Gewinnspiel endet am 27. April, um 24 Uhr. Teilnehmen kann jeder mit einem Wohnsitz in Deutschland. Die Filme können nicht an Postfächer verschickt werden. Der Gewinner wird durch einen Zufallsgenerator ausgewählt und per E-Mail benachrichtigt. Der Gewinner hat 48 Stunden Zeit zu reagieren, bevor ein neuer Gewinner ausgewählt wird. Die Filme werden uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde nicht durch irgendeine Form der Entschädigung beeinflusst. Facebook, Twitter, Instagram und Google+ sind in keiner Weise mit diesem Gewinnspiel verbunden.

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