Filmreview mit Gewinnspiel | Egon Schiele. Tod und Mädchen

This post is an article about the new movie ‘Egon Schiele. Tod und Mädchen’ coming to German cinemas on November 17, 2016. As this is a German movie I decided to write this article in German exceptionally. The next articles coming up will be in English again.

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Nächste Woche ist der Kinostart einer neuen Künstlerbiografie. Das scheint dieses Jahr in Mode zu sein. Gleich mehrere Titel beschäftigen sich mit dem Leben und Wirken berühmter Künstlerpersönlichkeiten der Vergangenheit. Alle eint, dass sie sich Menschen widmen, die ein besonders spannendes oder dramatisches Leben geführt haben. Ebenso waren sie oft ihrer Zeit voraus. Nebenbei befriedigen sie natürlich auch unser Bedürfnis den Künstler hinter seinem Werk zu sehen. Auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass herausragende Kunst ohne ihren Meister/ ihre Meisterin existieren können muss, kann ich mich nicht davon freisprechen, dass es Biografien gibt, die mich fesseln und begeistern. Und Kunst, die so großartig ist, dass ich unbedingt wissen will, wer dahinter steckt.

Nachdem ich mich dieses Jahr ausführlicher mit Gustav Klimt beschäftigt habe, dessen Bilder mich seit einer Studienreise nach Wien faszinieren, habe ich mich sehr gefreut als ich gefragt wurde ob ich den neuen Film über Egon Schiele vor dem deutschen Kinostart sehen möchte. Premiere feierte der Film bereits am 26. September im Rahmen des Zurich Film Festivals. Mehr zu Gustav Klimt gibt es übrigens in diesem Beitrag. Ein Zeitgenosse Klimts war wiederum eben der junge Schiele. Gemeinsam mit Oskar Kokoschka zählen sie zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne. Also wollte ich natürlich den neuen Film sehen um darüber zu schreiben.

Egon Schiele (1890-1918) hat nicht nur ein beachtliches Werk hinterlassen, obwohl er bereits mit 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb, sondern auch ein bewegtes Leben geführt. Bereits mit 16 Jahren wurde er auf die Wiener Akademie der Bildenden Künste aufgenommen, nur um diese wegen seiner rebellischen Art zwei Jahre später wieder zu verlassen. Daraufhin gründete er gemeinsam mit den befreundeten Künstlern Anton Faistauer, Franz Wiegele und Paris von Gütersloh die “Wiener Neukunstgruppe”. Durch Ausstellungen dieser Gruppe feierte er bereits mit 18 Jahren seine ersten Erfolge. Gustav Klimt lernte er ein Jahr zuvor kennen, der für ihn sein kurzes Leben lang ein wichtiger väterlicher Freund blieb.

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1911 verließ Schiele Wien und zog mit seinem bekanntesten Modell und seiner wichtigsten Muse, Wally Neuzil, auf Land. Diese hat er in seinem bekannten Gemälde Tod und Mädchen verewigt. Doch die Bevölkerung bezeichnete Schieles Lebensstil als anstößig; Auslöser waren die wilde Ehe mit Wally und die Besuche von Kindern und jungen Mädchen in seinem Atelier. Überhaupt lässt sich wohl sagen, dass Frauen Schieles große Schwäche waren. Gemeinsam zogen sie daher nach Neulengbach, wo er wegen angeblicher sexueller Übergriffe an Minderjährigen in Untersuchungshaft genommen wurde. Der Vorwurf des Missbrauchs erwies sich als haltlos, dennoch verurteilte ihn das Gericht wegen „Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“. Insgesamt verbrachte Schiele 24 Tage im Gefängnis.

1912 kehrte er schließlich mit Wally nach nur einem Jahr nach Wien zurück und konnte dank Gustav Klimt wieder Fuß fassen. Sein Ruf hatte durchaus gelitten. Ab 1915 musste er Kriegsdienst in Prag leisten, hatte aber Glück und wurde in der Verwaltung eingesetzt, so dass er weiter seiner Kunst nachgehen konnte. Kurz vor seinem Einzug heiratete er die gerade volljährige Edith Harms. Diese besteht darauf, dass er mit Wally nichts mehr zu tun hat. Wally stirbt 1918 an Scharlach in einem Kriegslazarett, in dem sie als Krankenschwester gearbeitet hat.

1917 wird Schiele zurück nach Wien versetzt und bezog dort wieder ein Atelier. Den großen Aufschwung seiner Kunst nachdem Tod von Gustav Klimt Anfang 1918 erlebte er noch, doch gegen Ende des Ersten Weltkrieges, im Herbst 1918, überzog die Spanische Grippe die österreichische Hauptstadt. Edith Schiele, im sechsten Monat schwanger, erlag dieser Krankheit am 28. Oktober 1918. Auch Egon Schiele steckte sich an und verstarb am 31. Oktober 1918 in der Wohnung der Familie seiner Frau in Wien.

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Egon Schiele, Tod und Mädchen, 1915, Belvedere, Wien

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Im Film wird nun vor allem Schieles Beziehung zu den Frauen dargestellt, die durchaus umfangreichen Stoff und die richtige Portion Drama für einen Film mitbringt. Erzählt werden die Beziehungen zu den fünf wichtigsten Frauen seines Lebens: das sind neben seiner jüngeren Schwester Gerti vor allem seine Geliebte und Muse Wally Neuzil, seine Ehefrau Edith Harms und dessen Schwester Adele, sowie die Varieté-Tänzerin Moa Nahuimir. Der Film beginnt mit dem Schiele, der im Sterben liegt. Seine Lebensgeschichte entwickelt sich dann in mehreren Rückblicken, während seine Schwester versucht sein Leben zu retten.

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Ich finde den Film sehr sehenswert und gelungen, durch die aufregende dramatische Lebensweise Schieles wird er auch nicht langweilig. Ein bisschen traurig ist nur, dass man weiß wie er am Ende ausgeht. Dadurch entsteht kein richtiger Spannungsbogen. Da ich ein großer Wien-Fan bin, war es zudem toll einen Eindruck von Wien Anfang des 20. Jahrhunderts zu bekommen. Die Schauspieler sind außerdem ziemlich gut gewählt. Der österreichische Schauspieler Noah Saavedra sieht Schiele wirklich ähnlich und auch seine Muse Wally wird von Valerie Pachner wahnsinnig gut gespielt. Ich finde sogar sie ist an vielen Stellen noch stärker in ihrer Präsenz und einfach wunderbar. Lobenswert ist auch, dass die Filmemacher sich größere Abweichungen von den historischen Fakten gespart haben. Das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich bei diesen Verfilmungen. Das einzige, das etwas untergeht sind Schieles Selbstportraits. Man könnte nachdem Sehen des Filmes glatt meinen, Schiele hätte nur Frauen gemalt. Tatsächlich hat er aber auch auf fast obsessive Weise sich selbst gemalt und gezeichnet. Mehr als 100 Portraits sind bis heute erhalten. Fasziniert hat ihn wohl vor allem der menschliche Körper in all seinen Facetten.

Gewinnspiel

Und damit ihr euch selbst davon überzeugen könnt, dass der Film sehenswert ist, verlosen wir 2×2 Tickets, die in jedem deutschen Kino einlösbar sind. Hinterlasst einfach bis zum 13. November (24 Uhr) einen Kommentar unter diesem Beitrag mit wem ihr unbedingt mal wieder ins Kino gehen wollt.

Die Gewinner benachrichtigen wir am 14. November per Mail. Die Tickets werden direkt von der Produktionsfirma an Euch versandt. Das Gewinnspiel endet am 13. November, um 24 Uhr. Teilnehmen kann jeder aus Deutschland. Die Tickets können nicht an Postfächer verschickt werden. Der Gewinner wird durch einen Zufallsgenerator ausgewählt und per E-Mail benachrichtigt. Der Gewinner hat 48 Stunden Zeit zu reagieren, bevor ein neuer Gewinner ausgewählt wird. Die Tickets werden uns kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde nicht durch irgendeine Form der Entschädigung beeinflusst. Facebook, Twitter, Instagram und Google+ sind in keiner Weise mit diesem Gewinnspiel verbunden.

30 thoughts on “Filmreview mit Gewinnspiel | Egon Schiele. Tod und Mädchen

  1. Zusammen mit meinem Freund Florian. Der Film klingt sehr interessant. Gerne möchte ich mehr über Egon Schiele erfahren,

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  2. Wow, der Trailer macht neugierig, dieses Künstlerporträt auf der großen Leinwand zu sehen.
    Ich würde ihn mir gern mit meiner Freundin Andrea anschauen.

    Beste Grüße von Petra

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  3. Ich würde mir den Film gerne mit meinem Freund ansehen, er studiert – so wie ich auch – Kunstgeschichte, allerdings mit einem ganz anderen Schwerpunkt: während ich mich auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisiere, liegen seine Vorlieben verstärkt in Mittelalter und Früher Neuzeit. Um ihm also “meine Sicht der Dinge” etwas schmackhafter zu machen, wäre der Film sicher eine tolle Gelegenheit!

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  4. Hallo 🙂
    Danke für die Filmvorstellung, der klingt wirklich sehr interessant!
    Ich würde ihn gern mit einer Freundin von mir ansehen 🙂
    Liebe Grüße,
    Bianca

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  5. … in einen Film mit (kunsthistorischem) Background würde cih am liebsten mit meinem Mann gehen; der isz auch noch ausgewiesener Wienliebhaber. Danke für die Rezension des Films!

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  6. Danke für diese tolle Gewinnchance! Ich würde mich riesig freuen, mit meinem Freund ins Kino zu gehen, toi toi toi

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  7. Seine Bilder gefallen mir. Ich würde gerne mit meiner Mutter ins Kino gehen- wir haben einen sehr ähnlichen Filmgeschmack.

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  8. ich würde zu gern mal wieder mit meinem Schatz ins Kino gehen, ist bei uns nicht immer ganz so einfach bis wir uns aufraffen und ich in überreden kann, da wir auf dem Dorf leben! Die Karten zu gewinnen wäre daher ein willkommener Anlass!

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